Wo und wie kaufe ich Gold und Silber?

Gold und Silber sind in aller Munde. Die Schulden- und Finanzkrise lassen immer mehr besorgte Sparer zu Recht am nachhaltigen Wert von Papiergeld und dem Euro insbesondere zweifeln. Zum ersten Mal beginnen viele, sich mit Edelmetallen, Münzen und Barren zu beschäftigen. Dabei stellt sich neben der Frage, was gekauft werden soll, auch die Frage, wo und wie gekauft werden soll. Hier gibt es primär zwei Möglichkeiten: Münz- und Edelmetallgeschäfte oder im Internet.

Wichtig bei der Empfehlung sind das Motiv: Sammler oder Kapitalanleger sowie die Kenntnisse in diesem Bereich. Anfänger sollten auf eine Beratung nicht verzichten. Die Gefahr, dass man sonst überteuerte Sammlermünzen verkauft bekommt, ist durchaus real. Diese Beratung gibt es vor allem in Geschäften, in denen man persönlichen Kontakt mit dem Händler aufnehmen kann. Auf der anderen Seite bieten aber auch viele Online-Händler eine kompetente, telefonische Beratung.  

Weil bei älteren Sammlermünzen der Erhaltungsgrad eine große Rolle spielt, ist es hier ebenfalls ratsam eher auf das Internet zu verzichten. In entsprechenden Münzgeschäften oder auf Verkaufsmessen kann man sich von der Echtheit und Zustand der Münzen besser überzeugen und vermeidet böse Überraschungen beim Versandhandel. Bei neu herausgegebenen Sammlermünzen kann man natürlich den Online- oder Versandhandel nutzen. Wichtig ist hier, dass man weiß, was man will.  

Bei der Frage, ob man Anlegermünzen eher bequem im Internet oder in einem stationären Geschäft kauft, gibt es keinen eindeutigen Sieger. Es kommt auf die Kundenpräferenzen an. Für das Internet sprechen insbesondere die bequeme Abwicklung und – zumindest tendenziell – die günstigeren Preise. Nachteile des Internetversandhandels gibt es im Wesentlichen zwei. Zum einen ist ein Zug-um-Zug-Geschäft unmöglich. Das heißt der Kunde muss immer per Banküberweisung in Vorleistung gehen und „hoffen“, dass die gekaufte Ware auch tatsächlich bei ihm ankommt. Das ist bei der überwiegenden Mehrheit der Anbieter auch der Fall. Bei einigen schwarzen Schafen, die insbesondere mit nicht zu schlagenden Lockpreisen kämpfen, kann das schon anders aussehen.

Zum zweiten bleibt der Käufer bei einer Banküberweisung nicht anonym. Ein diskreter Kauf ist nicht mehr möglich. Das Bankgeheimnis ist faktisch abgeschafft, der gläserne Bürger Realität. Nicht wenige unter den Edelmetallanleger befürchten zukünftige staatliche Repressalien nach historischem Vorbild: Vermögensbesteuerung oder Goldverbot gab es schon – gerade in schwierigen politischen und wirtschaftlichen Krisen. Deshalb zahlen einige Anleger in einem Geschäft gerne ein paar Papiereuros mehr. Der Barkauf bleibt anonym, sofern die Geldwäschegesetzgrenze von 15.000 Euro unterschritten bleibt. Das ist der große Vorteil von Händlern mit Schaltergeschäft oder Filialen.  

Generell sollte man immer einen Blick in die Allgemeinen Geschäftsbedingungen werfen. Dort sind die Spielregeln für Händler und Kunden geregelt. Beim Versandhandel mit Edelmetallen gibt es kein Widerrufsrecht des Verbrauchers. Edelmetalle unterliegen täglichen Börsenschwankungen. Deshalb ist für diese Produkte der Widerruf gem. BGB ausgeschlossen. Weitere wichtige Punkte sind z.B. die Regeln zu Lieferzeiten und Zahlungspflichten. Manche, vor allem kleinere Händler lassen sich sehr viel Zeit mit dem Versand, weil sie die Ware unter Umständen erst beschaffen müssen. Manche Händler verlangen Mindestbestellmengen, was für Kleinanleger natürlich nicht sehr schön ist.

Welchem vertrauenswürdigen Online-Händler man das Vertrauen schenkt, sollte in zweiter Linie erst vom persönlichen Geschmack abhängen. Layout, Bedienerfreundlichkeit, Übersichtlichkeit, Informationen zu den Edelmetallmärkten oder Webzertifikate sind einige Aspekte, auf die man bei der Auswahl noch achten könnte. Eine Auswahl seriöser Händler, bei denen Sie unbedenklich Anlagemünzen kaufen können, und weitere Hilfe finden Sie auf unserem Portal.

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