Platin & Palladium

Neben Gold und Silber gehören auch Platin und Palladium zu den Edelmetallen. In den letzten Jahren sind mittlerweile einige Anlagebarren und -münzen in Platin und Palladium auf dem Markt gekommen. Was spricht eigentlich für oder gegen das Kaufen dieser Metalle?


Während Gold und Silber über eine jahrtausende alte Geldfunktion verfügen, ist das bei den Platin-Metallen nicht der Fall. Im Gegenteil: Die spanischen Eroberer Südamerikas sollen das silbergraue Platin als „schmutziges Silber“ verächtlich weggeworfen haben.

Von ihnen stammt auch der Name „Platina“ als negative Verkleinerungsform von Silber. Da es eine ähnliche Dichte wie Gold aufwies, hielt man es für „unreifes“ Gold. Diese Eigenschaft machten sich dann später Goldfälscher zu nutze, so dass der spanischen König den Handel und Import von Platin schließlich verbot. Mit Ausnahme des Platinrubels in Russland Mitte des 19. Jahrhunderts wurden beide Metalle noch nirgendwo nennenswert als Geld eingesetzt.

Platin und Palladium sind daher primär Industriemetalle und werden vom Fiskus auch dementsprechend behandelt. Aus steuerlicher Sicht fällt sofort der großer Nachteil im Vergleich zu Gold- und Silbermünzen auf: Platin und Palladium werden sowohl als Münze als auch als Barren mit 19% Mehrwertsteuer belegt. Das sind Kosten, die erst mal wieder durch Kurssteigerungen verdient werden müssen. Es sei denn, man findet einen privaten Käufer, der die Mehrwertsteuer faktisch mitvergütet. Einige Goldbugs schätzen den Diversifizierungseffekt. Nicht wenige befürchten ein mögliches Goldverbot - eine Gefahr, die bei Platin und Palladium ähnlich wie bei Silber absolut nicht zu erwarten ist.  

Heute sind Platin und Palladium v.a. in der chemischen und Automobilindustrie nicht mehr wegzudenken. Diese Industrien sind auch für den überwiegenden Großteils der Nachfrage nach diesen Metallen verantwortlich. Als Katalysatoren beschleunigen und begünstigen sie chemische Prozesse. Platin und Palladium haben sehr ähnliche Eigenschaften und können teilweise gegenseitig substituiert werden. Dies hatte in den letzten Monaten und Jahre für stark steigende Kurse beim relativ billigen Palladium gesorgt. Gerade Schwellenländer, die gerade erst entsprechende Produktionsanlagen aufbauen, planen mit dem günstigeren Palladium. Zudem ist Palladium ein Nebenprodukt der Nickel- und Kupfer-Förderung. D.h. das Angebot ist stark von der Nachfrage nach diesen beiden Industriemetallen abhängig. Die Förderung kann also nicht gezielt und beliebig ausgeweitet werden. Es gibt nur wenige nennenswerte Palladiumproduzenten in Südafrika und Russland, so dass der Preis auch von dieser Seite her langfristig eher nach oben tendieren dürfte.

Bei der Platinförderung entfallen ca. 75% der weltweiten Produktion auf Südafrika. Für die Schmuckindustrie ist eigentlich nur Platin interessant. Vor allem in China findet man Platin schick. Stark steigende Nachfrage ist auch aus dem Gesundheitssektor zu erwarten. Denn Platin verfügt über eine ausgesprochene Bioneutralität. Durch den edlen Charakter verändert sich zum einen das Metall nicht, wenn es in Kontakt mit anderen Stoffen, wie z.B. Blut kommt. Auf der anderen Seite zeigt auch der menschliche Körper  keinerlei toxische oder unerwünschte Nebenwirkungen bzw. Reaktionen. So ist heute z.B. bei einem Herzschrittmacher die Endschraube, die mit dem Herzmuskel verbunden ist, aus Platin.

Fazit

Platin und Palladium sind sehr wichtige und seltene Edelmetalle für viele Industriezweige. Die Nachfrage danach ist daher aber auch entscheidend vom Wohlergehen der Konjunktur abhängig. Eine klassische Geldfunktion, wie sie bei Gold und Silber über große Zeiträume zu beobachten war, werden Platin und Palladium nicht erreichen können.

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