Lagerung von Edelmetallen

Als Gold und Silber noch Geld waren, war die Lagerung - zumindest theoretisch und oft - sehr einfach. Man ging zu einer vertrauenswürdigen Bank und zahlte sein Gold dort ein. Die Bank schrieb das Gewicht bzw. den umgerechneten und an das Metall gebundenen Währungsbetrag auf dem Konto gut. Alternativ lies man sich von der Bank entsprechende Zertifikate aus Papier aushändigen. Diese Surrogate wurden Banknoten genannt und erleichterten den Zahlungsverkehr ungemein. Und heute? Das Papier blieb, die Gold- oder Silberdeckung verschwand. Diese Demonetisierung machte aus den Edelmetallen einfache Rohstoffe, die irgendwo gelagert werden mussten.

Schließfach

Die Bank ist nach wie vor der Klassiker. Zwar gibt es keine echten Gold- und Silberkonten mehr, dafür aber Schließfächer. Je nach Größe sind diese für 25€ bis 100€ pro Jahr zu haben. Das Prozedere und die Formalien bei der Eröffnung sind relativ einfach. Unterschiede gibt es bei der Handhabung im Falle von Raub, Diebstahl oder Brand. Hier sollte man sich genau informieren, was die Bank des Vertrauens für solche Fälle vorsieht. Berücksichtigen muss man natürlich auch, dass der Zugang in der Regel nicht jederzeit möglich ist. Die Öffnungszeiten bei Banken sind bekanntermaßen nicht allzu großzügig. Die Schleifung des Bankgeheimnisses bis zur Unkenntlichkeit sowie die zunehmende Einspannung für staatliche Interessen haben die Banken vermehrt zu Erfüllungsgehilfen der öffentlichen Hand gemacht. Nun gibt es sogar Pläne, die Banken zu verpflichten, den Inhalt der Schließfächer zu dokumentieren. Solche Diskretionsmängel schreien geradezu nach bankenunabhängiger Lösung und Lagerung. Leider gibt es hier aber noch relativ wenige Anbieter. Ausserdem müssten sich natürlich auch diese erst das Vertrauen der Kunden erwerben. Aber mit zunehmenden Misstrauen gegenüber den Banken werden hier seriöse Dienstleister jenseits der  Bankenregulierung ihre Chance bekommen.

Persönliches Versteck

Ein persönliches und geheimes Versteck im privaten Umfeld ist für viele erste Wahl. Hier ist - bei entsprechender Verschwiegenheit und Qualität des Verstecks - absolute Diskretion gewährleistet. Der Schatz sollte idealerweise in Griffweite und jederzeit zugänglich sein. Hauptnachteil bei dieser Variante sind natürlich das Diebstahlsrisiko und die eigene Vergesslichkeit. Dagegen hilft ein Tresor. Hier gibt es verschiedene Varianten, Sicherheitsklassen und Größen. Preislich liegt man je nach Bedarf im dreistelligen Bereich. Gold und Silber kann man selbstverständlich auch versichern. Das übernimmt eine Hausratversicherung. Für Wertsachen gelten aber bestimmte Sublimits, auf die man achten sollte.

Zollfreilager

Steigender Beliebtheit haben sich in letzter Zeit im Ausland gelegene Zollfreilager erfreut. Einen solchen Service bieten einige Händler oder Einkaufsgemeinschaften an. Beliebtester Standort ist traditionell die Schweiz, für größere Metall-Freunde haben sich jüngst auch Hong Kong und Singapur etabliert. Hauptmotiv dieser Lagerung ist die geografische Streuung in eigentumsrechtlich sowie politisch sichere und diskretionswillige Länder. Angenehmer Nebeneffekt ist dabei, dass beim Erwerb und Verbleib in das Zollfreilager keine Mehrwertsteuer auf Silber oder Platin anfallen. Erst bei Entnahme aus dem Lager werden die jeweiligen zollrechtlichen Abgaben berechnet. Diese Vorteile haben ihren Preis, zudem ist der Schatz nicht ganz griffbereit.

Fazit

Wie so oft macht es auch hier die Mischung. Silbermünzen und kleinere Goldeinheiten sollten tendenziell griffbereit im privaten Umfeld gelagert werden. Diese Einheiten erfüllen die Funktion des Notgroschens bzw. Liquidität in schlechten Zeiten. Reine Münzsammlungen gehören je nach Wert in den Wohnzimmerschrank oder ins nächste Bankschließfach. Größere und wertvollere Edelmetallbestände dienen eher dem Vermögenserhalt über längere Perioden und sollten vor allem sicher gelagert werden. Je nach persönlicher Einschätzung heißt das entweder bei der nächsten Bank oder ganz weit weg.

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